Tiere besitzen die Kraft, die es ihnen ermöglicht,
auf ganz besondere Weise, unsere Seele zu berühren.
Birgit Rusche-Hecker


02-09-2015

SEELENHUNDE - Linus möchte leben!



Seit ungefähr einem Jahr kämpfe ich nun um das Wohlergehen meines Hundes Linus und möchte hier meine gemachten Erfahrungen teilen. Mein Wunsch ist es, jedem Menschen Mut zu machen, trotz niederschmetternder Diagnose eines Tierarztes, auf die eigene, innere Stimme zu hören und sich sein Tier genau anzusehen, wenn es fragt: ‚’Darf ich noch bleiben, oder wisst ihr Menschen es besser?’

In meiner therapeutischen Praxis begleite ich nun seit vielen Jahren Menschen, die nicht auf ihr Gefühl gehört haben, weil sie sich nicht getraut haben, oder es nicht konnten und am Ende verunsichert waren, nachdem sie sich für das Einschläfern ihres Tieres durch den Tierarzt entschieden hatten. Häufig quälen sie sich jahrelang mit den Fragen: War es zu früh? War es der richtige Zeitpunkt? Hätte man vielleicht noch... ?

SEELENHUNDE - Linus möchte leben!

Mit meiner Hündin Lissy ist es mir seinerzeit genau so ergangen. 2006 wollte ich sie vor einem Urlaub noch einmal gesundheitlich checken lassen, weil sie mit 12 Jahren bereits schon etwas älter war und für eine Woche bei meiner Freundin Urlaub machen sollte. In der Tierarztpraxis erlitt sie jedoch für den Arzt und mich völlig unerwartet zwei schwere Krampfanfälle direkt hintereinander. Verzweifelt und völlig geschockt fragte ich den Arzt, was wir tun sollten und wie wir Lissy helfen könnten. Er riet mir zur Euthanasie. Ich war in diesem Moment nicht in der Lage, mich in Lissy einzufühlen, um vielleicht herauszufinden zu können, was für sie der richtige Weg wäre.

Also folgte ich dem Rat des Arztes und lies meine geliebte Hündin einschläfern. Noch viele Jahre danach stand ich unter Schock, weil ich innerhalb weniger Minuten schnell eine Entscheidung über Lissys Leben treffen musste und mich immer wieder fragte, ob ich das Richtige getan hatte.

Ich wollte meine Hündin nicht quälen, indem ich sie wieder mit nach Hause genommen hätte, aber war sie wirklich schon soweit, ihren Körper zu verlassen? Hätte es noch andere Möglichkeiten geben können, ihr zu helfen? Ich fand einfach keine Ruhe, machte mir Vorwürfe, fühlte mich schuldig und war in tiefster Trauer. In meiner Not kontaktierte ich zu dieser Zeit eine Tierkommunikatorin mit der Bitte, Kontakt zu Lissys Seele aufzunehmen, um zu klären, wie es ihr ginge und ob ich noch irgendetwas für sie tun könne – und natürlich, um zu erfahren, ob ich richtig entschieden hatte. Die Tierkommunikatorin jedoch war wenig einfühlsam und bagatellisierte mein Anliegen mit der Bemerkung: „Seelen nehmen nichts übel. Dieser Gedanke ist nur in Ihrem Kopf!“

Ich war völlig aufgelöst und keinen Schritt weiter. Damals schwor ich mir, die Anliegen von Menschen und Tieren sehr, sehr ernst zu nehmen und sie liebevoll und empathisch durch diese schwere, aber auch wertvolle und tief berührende Zeit vor und nach dem Tod zu begleiten.

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